Detailhandelsfachleute EFZ 2022+

Facts im Überblick

Dauer 3 Jahre
Schule

1. Jahr
1 1/2 Tag pro Woche

2. Jahr
2 Tage pro Woche an der Berufsfachschule

3. Jahr
1 Tag pro Woche

ÜK

14 Tage

QV

QV im 3. Lehrjahr am Ende der Ausbildung

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Voraussetzungen

  • durchschnittliche bis gute Leistungen in der Sekundarstufe I
  • gute Deutschkenntnisse und Kenntnisse in einer Fremdsprache
  • Grundkenntnisse Mathematik
  • Interesse an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen
  • Freude an der Beratungs- und Verkaufstätigkeit und der Arbeit im Team
  • Bereitschaft, Aufgaben selbständig zu erledigen und Verantwortung zu übernehmen
  • Wille, etwas Neues zu lernen
  • sauberes und gepflegtes Auftreten

Weitere Informationen

Detailhandelsfachleute beraten, unterstützen und bedienen Kundinnen und Kunden auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen. Sie führen anspruchsvolle Beratungs- und Verkaufsgespräche in der lokalen Landessprache und in einer Fremdsprache. Sie suchen kreative Lösungen für ihre Kundinnen und Kunden und arbeiten selbständig. Nebst der Beratung sind die Warenbewirtschaftung sowie die Warenpräsentation wichtig. Je nach betrieblichem Schwerpunkt gestalten sie produkt- und dienstleistungsorientierte Einkaufserlebnisse oder betreuen einen Online-Shop. Zusätzlich kann sowohl lehrbegleitend wie auch nach der Grundbildung die eidgenössische Berufsmaturität erworben werden.

Zu ihren Haupttätigkeiten gehören folgende Aufgaben:

  • Kundenkontakte und -beziehungen aktiv gestalten
  • Kundenbedürfnisse analysieren und Lösungen in der lokalen Landessprache sowie in einer Fremdsprache präsentieren
  • Kommunikation auf unterschiedlichen Kanälen
  • Arbeiten in Betriebs- und Warenbewirtschaftungsprozessen unter Nutzung neuer Technologien
  • Aktuelle Entwicklungen/Trends erkennen und in den Arbeitsalltag einbauen
  • Arbeit in unterschiedlichen Teams


Bereits vor Lehrbeginn wird einer der beiden Schwerpunkte „Gestalten von Einkaufserlebnissen“ oder „Betreuen von Online-Shops“ festgelegt:

Schwerpunkt „Gestalten von Einkaufserlebnissen“

  • Anspruchsvolle Kunden- und Verkaufsgespräche führen
  • Erlebniswelten, Kundenanlässe und Verkaufspromotionen gestalten
  • Präsentieren von Produkten (z.B. neue Schaufenstergestaltung, Regale usw.)
  • Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden erkennen und aktuelle Trends präsentieren
  • Reparaturen, Retouren und Reklamationen entgegennehmen und bearbeiten
  • Anspruchsvolle Kundenwünsche erfüllen

Schwerpunkt „Betreuen von Online-Shops“

  • Artikelbestände auf allen verfügbaren Kanälen bereitstellen und verwalten
  • Artikel im Online-Shop kundenorientiert präsentieren
  • Kundenverhalten im eigenen Onlineshop untersuchen
  • Kundenbewertungen im eigenen Online-Shop sowie auf Portalen prüfen
  • Produkte- und Suchtrends im Onlineshopping-Markt verfolgen
  • Optimierung Online-Shop-Inhalte

Damit Detailhandelsfachleute die von ihnen geforderten Arbeiten erfolgreich und eigenständig ausführen können, sind neben umfassenden Fachkenntnissen die Freude am Kontakt mit Menschen, ein überzeugendes und gepflegtes Auftreten sowie ein hohes Mass an Flexibilität erforderlich. Detailhandelsfachleute sind veränderungsbereite, kreative und entwicklungsoffene Berufsleute mit vertieften Produkte- und Dienstleistungskenntnissen ihres Betriebs.

Im Arbeitsalltag brauchen sie zusätzlich technisches Verständnis, Interesse an Trends sowie Entwicklungen und kreative Ideen zur Erfüllung der vielfältigen Kundenbedürfnisse. Sie arbeiten in ihrem Bereich selbständig und verfügen über ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Sie bringen sich konstruktiv in interdisziplinäre Teams ein. Nach Abschluss der beruflichen Grundbildung bestehen für sie vielfältige Laufbahn- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Die Ausbildung findet an 3 Lehrorten statt:

  • Lehrgeschäft (praktische Grundbildung in einem Detailhandelsgeschäft)
  • KBS Glarus (Unterricht nach Handlungskompetenzbereichen und ABU)*
  • üK (Überbetriebliche Kurse dienen der Vermittlung der speziellen Branchenkunde.

Detailhandelsfachleute sollen genau Bescheid wissen über Produkte oder Dienstleistungen, die sie verkaufen. An 14 Tagen, verteilt über die ganze Grundbildung, besuchen die Lernenden überbetriebliche Kurse, die von den Branchenverbänden organisiert und durchgeführt werden.

 

*Handlungskompetenzbereiche:

In der KBS Glarus wird im 1. Lehrjahr an 1.5 Tagen, im 2. Lehrjahr an 2 Tagen und im 3. Lehrjahr an einem Tag im Rahmen von Handlungskompetenzen unterrichtet. Es gibt vier Handlungskompetenzbereiche (HKB):

 

  • Gestalten von Kundenbeziehungen
  • Bewirtschaften und Präsentieren von Produkten und Dienstleistungen
  • Einbringen und Weiterentwickeln von Produkte- und Dienstleistungskenntnissen
  • Interagieren im Betrieb und in der Branche

 

ABU

Der allgemeinbildende Unterricht vermittelt Kompetenzen zur Orientierung im persönlichen Lebensumfeld und in der Gesellschaft sowie zur Bewältigung von privaten und beruflichen Herausforderungen und bezweckt insbesondere:

 

  • die Entwicklung der Persönlichkeit
  • die Integration des Individuums in die Gesellschaft
  • die Förderung von Fähigkeiten zum Erlernen und Ausüben eines Berufes
  • die Förderung von wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Kenntnissen und Fähigkeiten der Lernenden, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
  • die Verwirklichung der Chancengleichheit für Lernende beider Geschlechter, für Lernende mit unterschiedlichen Bildungsbiografien oder unterschiedlichen kulturellen Erfahrung.

 

Am Ende der 3-jährigen Ausbildung findet das Qualifikationsverfahren (früher Lehrabschlussprüfung) statt. Im QV zeigen die Lernenden, ob sie die Handlungskompetenzen erreicht haben. Neben den Ergebnissen der schriftlichen und mündlichen Prüfungen werden auch die Zeugnisnoten aus allen 6 Semestern berücksichtigt.

Ebenfalls mitberücksichtigt wird die Beurteilung des Lehrbetriebs und die Noten aus den üK. Wer im Fachbereich "praktische Arbeit" mindestens mit der Note 4 bewertet wird und die Gesamtnote mindestens 4 beträgt, erhält den Ausweis als Detailhandelsfachfrau / Detailhandelsfachmann mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis (EFZ).